Archäologische Führungen auf dem Ausgrabungsgelände.

Seit Juli 2017 graben die Archäologen an der zukünftigen Stelle des Orchesterprobengebäudes. An diesem Platz verlief der ehemalige römische Wehrgraben und später die Mauer der Bischofsstadt. Bei Führungen zeigen die Stadtarchäologen ihre Funde aus nahezu allen Epochen.

Die Stadtarchäologie wird voraussichtlich wieder ab Ende September
Führungen auf dem Ausgrabungsgelände in der Volkhartstraße anbieten.
Die Führungen werden um 13:00, 15:00 und 17:00 Uhr stattfinden.
Aufgrund des Geländes wird die Teilnehmerzahl auf 25 Personen pro
Führung begrenzt. Die Führungen werden kostenlos angeboten,
jedoch wird aufgrund der begrenzten Teilnehmerzahl eine
Voranmeldung benötigt.

Wetterfeste Kleidung und trittsicheres Schuhwerk werden empfohlen.

Bei Interesse melden Sie sich bitte telefonisch an unter den Nummern:
Montag bis Donnerstag
von 8:00 – 12:00 Uhr unter 0821-324 4142
von 13:00 – 15:00 Uhr unter 0821-324 4131.

Archäologische Führungen

  • Ab frühestens Ende September um 13:00, 15:00 und 17 Uhr
  • Teilnehmeranzahl max. 25 Personen pro Führung
  • Voranmeldung telefonisch erforderlich
  • Wetterfeste Kleidung und trittsicheres Schuhwerk werden empfohlen

Ein Fundament aus 2000 Jahren Geschichte

Wo einmal das neue Orchesterprobengebäude stehen soll, werden derzeit ganz andere Instrumente geschwungen. Seit Juli graben die Stadtarchäologen an der Volkhartstraße und bringen teils Erstaunliches zutage. Aus nahezu allen Epochen seit der Römerzeit gibt es Funde, die jüngsten sind noch keine 150 Jahre alt. Ab Mai wird es voraussichtlich wieder Führungen durch die Grube geben.

Der römische Wehrgraben

Die ältesten Funde datieren aus der Zeit vor der Stadtgründung, vermutlich aus der Bronzezeit. Derzeit sind die Archäologen noch mit der genauen Bestimmung beschäftigt. Klarer sehen sie bei den aufgedeckten Mauersteinen: An dieser Stelle erstreckte sich ein römischer Wehrgraben. Damit, so Stadtarchäologe Günther Fleps, war die römische Stadtumwehrung deutlich größer als bisher angenommen. Offenbar war die Stadtgrenze schon immer an dieser Stelle festgelegt.

Die Mauer der Bischofsstadt

Die Römerstadt mit ihren rund 10.000 Einwohnern wurde von der Bischofsstadt abgelöst. Die Stadt war sehr klein, die meist aus Holz gebauten Häuser gruppierten sich um den Dom. Im 13. Jahrhundert wuchs Augsburg, am heutigen Theater wurde eine erweiterte Stadtmauer gebaut. Genau am Standort des künftigen Orchesterprobengebäudes haben die Archäologen die Fundamente eines Wehrturmes und der späteren Bastion freigelegt. Ende des 16. Jahrhunderts entstand hier das erste Leihamt Deutschlands – auch davon wurden Mauerreste gefunden.

Kurios: Stadtarchäologe Günther Fleps steht in einer römischen Latrine und zeigt die Mauern des ersten Leihamtes Deutschlands.

Kostbar: Diese römische Fibel aus dem 3. Jahrhundert wurde 1000 Jahre lang hin- und hergeschippt.

Kostbar: Diese römische Fibel aus dem 3. Jahrhundert wurde 1000 Jahre lang hin- und hergeschippt.

Überraschend: Bei den Grabungen stießen die Archäologen unter anderem auch auf Überreste zweier mächtiger Köpfe aus Kalksandstein, die von der ursprünglichen Fassade des Stadttheaters von 1877 stammen.

Überraschend: Bei den Grabungen stießen die Archäologen unter anderem auch auf Überreste zweier mächtiger Köpfe aus Kalksandstein, die von der ursprünglichen Fassade des Stadttheaters von 1877 stammen.

Die Ansicht zeigt einen Ausschnitt aus dem
Seld – Plan der Stadt Augsburg (Georg Jörg Seld, 1521)
mit eingezeichneter Lage des heutigen Theaters.

Die Römer liefen zwei Meter tiefer

Die Arbeit der Archäologen beginnt mit einem Spaten. Punktuell graben sie bis zu fünf Meter in die Tiefe. Dabei achten sie genau auf die Färbung des Erdreichs: Dunkle Erde stammt aus der Römerzeit, helle Erde aus dem Mittelalter. So stellten die Archäologen fest, dass die alten Römer etwa zwei Meter unter dem heutigen Niveau liefen. Bemerkenswert war der Fund einer römischen Fibel aus dem 3. Jahrhundert – im Erdreich des Mittelalters: „Die wurde offen¬bar 1000 Jahre lang immer wieder hin- und hergeschippt“, so Stadtarchäologe Fleps.

Schiller und Goethe blieben verschont

Noch überraschender waren Funde aus der Neuzeit: schmückende Elemente des ursprünglichen Stadttheaters von 1877. „Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Bauschmuck entfernt und im Erdreich entsorgt“, erzählt Stadtarchäologe Günther Fleps. Die Statuen von Schiller und Goethe blieben davon verschont – sie zieren heute die nach ihnen benannten Schulen in Lechhausen. Für die Figuren wurde Kalk aus Südtirol verwendet, offenbar in Serien¬fertigung, so Fleps: „Die Architekten hatten einen Bauteil-Katalog, aus dem die Auftraggeber wählen konnten.“

Die nächsten Schritte der Archäologen

  • Grabungen Volkhartstraße bis Juni 2018
  • Beginn Grabungen Kasernstraße/ Heilig-Kreuz-Straße im Frühjahr 2018
  • Beginn Abbrucharbeiten Brechtbühne im Herbst 2018, Beginn Grabungen
  • voraussichtlicher Abschluss 2021

Mit Pickel und Schaufel, Pinsel und Kelle:

Die archäologischen Ausgrabungen auf dem Theatergelände beginnen im Juli

Die lange und bewegte Geschichte Augsburgs hat im Boden ihre Spuren hinterlassen. Bevor die Sanierung des Großen Hauses beginnen kann, muss daher zunächst untersucht werden, ob im Erdboden eventuell noch historische Relikte verborgen sind, die sichergestellt werden müssen. Die Vorbereitung für die Grabungsarbeiten der Stadtarchäologie unter Leitung von Dr. Sebastian Gairhos starten am 17. Juli. Danach wird das Gelände sukzessive untersucht und genauestens dokumentiert. Zum Ende des Jahres sollen die Ausgrabungen abgeschlossen sein.

Mit einem Bagger wird begonnen, die Grasnarbe abzutragen. Sobald die ersten Flächen freigelegt sind, startet das Ausgrabungsteam mit anfangs noch kleinerer Besetzung, später dann mit einer Mannschaft von maximal 12 Grabungsarbeitern. So wird bis zum Ende des Jahres allmählich das gesamte Areal untersucht.

Sobald der Bagger in den ersten Bereichen die Vorarbeit geleistet hat, geht es mit Pickel, Schaufel und Schubkarren an die Bearbeitung des Erdreichs. Die Archäologen haben immer das gesamte Spektrum an Instrumenten zur Bodenbearbeitung mit dabei, um unterschiedliche Untergründe oder Funde möglichst effizient freizulegen. Die Wahl des Werkzeugs richtet sich schließlich aber nach der Struktur der freizulegenden Funde. Feinere Geräte wie Kellen oder Pinsel kommen zum Einsatz, wenn sensiblere Schichten oder gar Objekte zum Vorschein kommen.

Wie groß die zunächst bearbeitete Fläche sein wird oder wie schnell man vorankommt, das können die Archäologen im Voraus nicht abschätzen. Dies liegt vor allem daran, dass sie sich in drei Dimensionen bewegen. Die Schichten im Boden haben sich über die Jahrhunderte laufend verändert. Die Archäologie startet bei der jüngsten Schicht und arbeitet sich weiter in den Erdboden bis zu den älteren Schichten. Wie lange es also dauert, um einen bestimmten Bereich vollständig zu untersuchen, hängt auch immer von der Tiefe ab, in die gegraben werden muss.

Generell wird an mehreren Stellen zeitgleich gegraben und dokumentiert. Das Gebiet ist in ein Raster aufgeteilt, dessen Felder systematisch bearbeitet werden. Dabei gibt es im Team unterschiedliche Spezialisten. So wird man in den kommenden Monaten nicht nur die Ausgräber sehen, die mit ihren Werkzeugen die Erde bearbeiten, sondern auch diejenigen, die Abschnitte vermessen und schriftlich, zeichnerisch oder fotografisch dokumentieren. Welche Mitarbeiter wie und wo auf dem Gelände im Einsatz sind, ist von den Funden abhängig und bleibt letztendlich eine Überraschung. Von „Arbeitsalltag“ kann bei der Archäologie somit kaum die Rede sein.

Gegraben wird übrigens bei jedem Wetter. Gegen den Regen schützen mobile Zelte, die über den Ausgrabungsfeldern aufgestellt werden.

Wissenswert

•    Start Juli 2017
•    Dauer: voraussichtlich Anfang 2018
•    Grabungstiefe: 3 Meter
•    Team der Stadtarchäologie: Maximal zwölf Grabungskräfte, Zeichner und Techniker

Die ersten Schritte gehen nun die Archäologen

Tiefgehende Sanierung: Warum jetzt die Archäologen gefragt sind.

Technik sorgt meist im Verborgenen dafür, dass alles funktioniert. So auch beim „Großen Haus“. Im Rahmen der Theatersanierung entsteht ein zweistöckiger Keller mit Technik für Lüftung, Heizungs- und Sprinkleranlagen. Darüber wird der geplante Orchesterprobensaal mit Tageskasse und Infopoint errichtet. Beides neue Räume, die für einen zeitgemäßen Betrieb des Theaters nötig sind. In Vorbereitung der eigentlichen Baumaßnahme untersuchen die städtischen Archäologen den Baugrund auf das historische Erbe. Und auch die zehn dort stehenden Bäume müssen weichen. Sie werden später in der näheren Umgebung wieder ersetzt werden.

Wissenswert

  • Start: April 2017
  • Dauer: Vsl. 6 Monate
  • Grabungstiefe: 3 Meter
  • Team Stadtarchäologie:
    11 Grabungskräfte,
    Zeichner und Techniker
  • Erschließung des Geländes
    über Kasernstraße

Wissenswert

  • Start: April 2017
  • Dauer: Vsl. 6 Monate
  • Grabungstiefe: 3 Meter
  • Team Stadtarchäologie:
    11 Grabungskräfte,
    Zeichner und Techniker
  • Erschließung des Geländes
    über Kasernstraße

Damit keiner der im Boden vermuteten Funde beschädigt wird, läuft die geplante Grabung im Gelände zwischen bestehendem Theatergebäude und Volkhartstraße mit großer Umsicht ab. Bis in drei Meter Tiefe werden die Untersuchungen vordringen und alle Funde dokumentieren. Um das Untersuchungsgebiet entsprechend abzusichern, errichtet die Stadt in Abstimmung mit den Archäologen einen Holzverbau mit Stahlstützen.

Schicht für Schicht wird dann der Oberboden abgetragen. Der runde Luftansaugschacht aus der Zeit des Theater-Wiederaufbaus in den 1950er Jahren bleibt zunächst stehen, ebenso wie die Baumstümpfe. Schrittweise werden sie alle dann im Zuge der Grabungen entfernt.

Nach der intensiven Untersuchung der ersten drei Meter, geht es in der Baugrube noch weiter in die Tiefe. Eingebracht wird eine Bohrpfahlwand, welche die Bauarbeiten für den 11,50 Meter tief gelegenen Technikkeller ermöglichen wird. Die Stadtarchäologie wird den weiteren Aushub ebenfalls begleiten und tiefer liegende Funde bergen.

Mit welchen archäologischen Funden
ist zu rechnen?

»Entlang der heutigen Volkartstraße verlief seit dem 13. Jahrhundert die Stadtmauer der Freien Reichsstadt Augsburg mit Türmen und Kasematten (Wehrgewölben). Dahinter befanden sich die Gebäude des Augustiner-Chorherrenstifts bei Heilig-Kreuz und weitere Bauten, unter anderem auch das städtische Leihhaus. Stadtbefestigung und Gebäude wurden nach dem Jahr 1868 zur Anlage eines Boulevards und zum Bau des Stadttheaters eingeebnet.«

Dr. Sebastian Gairhos,
Leiter der
Augsburger Stadtarchäologie

Damit keiner der im Boden vermuteten Funde beschädigt wird, läuft die geplante Grabung im Gelände zwischen bestehendem Theatergebäude und Volkhartstraße mit großer Umsicht ab. Bis in drei Meter Tiefe werden die Untersuchungen vordringen und alle Funde dokumentieren. Um das Untersuchungsgebiet entsprechend abzusichern, errichtet die Stadt in Abstimmung mit den Archäologen einen Holzverbau mit Stahlstützen.

Schicht für Schicht wird dann der Oberboden abgetragen. Der runde Luftansaugschacht aus der Zeit des Theater-Wiederaufbaus in den 1950er Jahren bleibt zunächst stehen, ebenso wie die Baumstümpfe. Schrittweise werden sie alle dann im Zuge der Grabungen entfernt.

Nach der intensiven Untersuchung der ersten drei Meter, geht es in der Baugrube noch weiter in die Tiefe. Eingebracht wird eine Bohrpfahlwand, welche die Bauarbeiten für den 11,50 Meter tief gelegenen Technikkeller ermöglichen wird. Die Stadtarchäologie wird den weiteren Aushub ebenfalls begleiten und tiefer liegende Funde bergen.

Mit welchen archäologischen Funden
ist zu rechnen?

»Entlang der heutigen Volkartstraße verlief seit dem 13. Jahrhundert die Stadtmauer der Freien Reichsstadt Augsburg mit Türmen und Kasematten (Wehrgewölben). Dahinter befanden sich die Gebäude des Augustiner-Chorherrenstifts bei Heilig-Kreuz und weitere Bauten, unter anderem auch das städtische Leihhaus. Stadtbefestigung und Gebäude wurden nach dem Jahr 1868 zur Anlage eines Boulevards und zum Bau des Stadttheaters eingeebnet.«

Dr. Sebastian Gairhos,
Leiter der
Augsburger Stadtarchäologie

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Maßnahmen

Im Rahmen der vorbereitenden Arbeiten für die Sanierung des Theaters müssen auf dem Baugrund zwischen bestehendem „Großen Haus“ und Volkhartstraße noch bis Ende Februar zehn Bäume weichen. Weitere sieben werden im Herbst dieses Jahres mit Fortschreiten der Baumaßnahmen in der Kasernstraße gefällt. Für jeden dieser Bäume wird in der Umgebung zum Teil sogar mehrfach nachgepflanzt.

Wissenswert

Eine sogenannte Großbaum-Verpflanzung ist nur bis zu einem bestimmten Alter erfolgreich möglich und extrem kostenaufwändig. Das Umsetzen der älteren Bäume am Theater würde nach Einschätzung des Amtes für Grünordnung nicht mehr von Erfolg gekrönt sein. Aus diesem Grunde fiel die Entscheidung zugunsten der Neupflanzung. Für jeden Baum, der nun im Umfeld des Theaters gefällt werden muss, besteht die Auflage, doppelt nachzupflanzen.

»Für jeden Baum, der nun weichen muss, werden mindestens zwei neue großkronige Bäume nachgepflanzt. Aufgrund der Anforderungen des Bauprogrammes kann ein Großteil der Bäume am Theater leider nicht erhalten werden, da die derzeitigen Wuchsorte komplett bebaut werden. Eine andere architektonische Lösung wurde intensiv geprüft, die aus Platzgründen allerdings nicht umzusetzen war. Die Verordnung eröffnet für solche Fälle die Möglichkeit, eine Fällgenehmigung zu erteilen, mit der Auflage von Ersatzpflanzungen. Ich setze mich dafür ein, dass alle technischen Möglichkeiten ausgeschöpft werden, die neuen Bäume im unmittelbaren Straßenumfeld des Theaters unterzubringen.«

Anette Vedder,
Leiterin Amt für
Grünordnung und
Naturschutz

Maßnahmen

Im Rahmen der vorbereitenden Arbeiten für die Sanierung des Theaters müssen auf dem Baugrund zwischen bestehendem „Großen Haus“ und Volkhartstraße noch bis Ende Februar zehn Bäume weichen. Weitere sieben werden im Herbst dieses Jahres mit Fortschreiten der Baumaßnahmen in der Kasernstraße gefällt. Für jeden dieser Bäume wird in der Umgebung zum Teil sogar mehrfach nachgepflanzt.

Wissenswert

Eine sogenannte Großbaum-Verpflanzung ist nur bis zu einem bestimmten Alter erfolgreich möglich und extrem kostenaufwändig. Das Umsetzen der älteren Bäume am Theater würde nach Einschätzung des Amtes für Grünordnung nicht mehr von Erfolg gekrönt sein. Aus diesem Grunde fiel die Entscheidung zugunsten der Neupflanzung. Für jeden Baum, der nun im Umfeld des Theaters gefällt werden muss, besteht die Auflage, doppelt nachzupflanzen.

»Für jeden Baum, der nun weichen muss, werden mindestens zwei neue großkronige Bäume nachgepflanzt. Aufgrund der Anforderungen des Bauprogrammes kann ein Großteil der Bäume am Theater leider nicht erhalten werden, da die derzeitigen Wuchsorte komplett bebaut werden. Eine andere architektonische Lösung wurde intensiv geprüft, die aus Platzgründen allerdings nicht umzusetzen war. Die Verordnung eröffnet für solche Fälle die Möglichkeit, eine Fällgenehmigung zu erteilen, mit der Auflage von Ersatzpflanzungen. Ich setze mich dafür ein, dass alle technischen Möglichkeiten ausgeschöpft werden, die neuen Bäume im unmittelbaren Straßenumfeld des Theaters unterzubringen.«

Anette Vedder,
Leiterin Amt für
Grünordnung und
Naturschutz

Sie haben noch Fragen?

Telefon 0821/324-2172